Spike

Update 15.06.15

 

 

Update 25. 04. 20515
Spike entwickelt sich immer besser. Bei einem Besuch am Mittwoch, es waren 4 junge Frauen, legte er sich völlig entspannt unter den Tisch. Er wollte dabei sein, machte aber überhaupt kein Theater. Auch später, als wir auf dem Land waren und Fotos machten, blieb er völlig ruhig. Ich bin stolz auf den lieben Kerl. So viel hat er in der kurzen Zeit gelernt.

Update 08.04.15 Schaut selbst!

Update: 28.03.15

Oh Mann, bin so glücklich!!!! Zwischen Daniela und Spike ist das Eis gebrochen! Sie kann ihn streicheln und Kommandos geben und durfte ihm sogar das Geschirr ausziehen!!! Was für ein großer Schritt wieder für Spike!

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Ich bin überwältig und könnte weinen vor Freude!!!

 

 

 

 

 

Update 22. 3. 2015
Juhu, Spike hat wieder einen großen Schritt bewältigt. Er ist mittlerweile bei uns im Haus, liegt in der Küche bei uns, sitzt beim Fernsehen dabei und genießt den Familienanschluss. Allerdings: ohne Maulkorb traue ich mich noch nicht. Ich habe Angst, dass er in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt, denn ich bin ja nicht alleine mit ihm zusammen. Dann wäre es, glaube ich, kein Problem. Aber er muss sich auch erst an meinen Mann gewöhnen.

Update 15.3. 2015
Spike lernt immer mehr dazu. Ich komme ohne Probleme mit ihm an Joggern und Spaziergängern vorbei. Er kann sich sehr gut auf mich konzentrieren. Na ja, ich bin halt im Augenblick auch seine große Liebe. Wäre schön, wenn er seine „Liebesfähigkeit“ auch auf andere Menschen ausdehnen könnte.

Update: 9.3.15
Hurra, wieder einen Schritt geschafft! Ich war heute mit Azia, Sina und Spike im Wald. Keine Unterstützung durch meine Tochter oder andere Leute, drei Hunde an der Leine. Und das Tolle war: auch Spike konnte abgeleint werden. Ich konnte ihn prima zurückrufen, wenn er sich etwas weiter entfernte. Nur einmal wurde er ein bisschen übermütig, sprang über den Graben und wälzte sich auf der Wiese hin und her. Pure Lebensfreude? Ich glaube, es muss irgendwie ziemlich gut da gerochen haben und er wollte sich ein bisschen parfümieren. Als wir auf einen Schäferhund trafen, unkastrierter Rüde, war er ein bisschen unwirsch. Aber er ließ sich prima ablenken.
Update: 7.3.15
Heute habe ich mit Spike das Abrufen geübt. Daniela, meine Tochter, und ich standen auf dem Land an verschiedenen Seiten und haben ihn gerufen. Und Spike? Er ist tatsächlich auf unser Rufen gekommen und hat sich voller Freude sein Leckerli abgeholt. Wir haben eine ganze Zeit geübt und wir alle waren Update Donnerstag, 05.03. 15
Heute war für Spike ein großer Tag. Endlich wurden die Fäden gezogen und er durfte diese doofe Halskrause ablegen. Er war wie befreit!

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Update Sonntag, 08.03.15

Heute war ein wunderschöner Tag. Ich habe beschlossen, dass Spike zum Spaziergang in den Wald mitkommen sollte. Da ich es allein nicht schaffe, 4 Hunde zu halten, zumal ich nicht weiß, wie Spike auf andere Spaziergänger und Gassigänger reagiert, rief ich meine Tochter an und fragte, ob sie Lust und Zeit hat, mit mir und den Hunden in den Wald zu gehen. Sie hat zugesagt und ich freute mich darauf zu sehen, wie Spike diese neue Herausforderung meistern würde.
Daniela nahm Azia und Vicky an die Leine, weil Azia noch nicht ganz durch ist mit der Läufigkeit und ich nahm Spike und Siska. Es klappte so gut, niemand hätte vermutet, dass dies der erste Kontakt der Hunde miteinander ohne Zaun dazwischen war.
Das Maulkorbtraining macht sich bei Spike bemerkbar.

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Er stört ihm kaum noch. Ich bin sehr zufrieden mit Spike. Wir haben sogar mal die Leinen getauscht, so dass Daniela Spike führte und es klappte ganz prima. Ich glaube, er war so zufrieden, mal was anderes zu schnüffeln, dass es ihm egal war, wer seine Leine in der Hand hielt.

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Sie konnte ihm sogar durch den Maulkorb kleine Wurststückchen füttern. Er knurrte und bellte auch nicht.
Ich freue mich sehr darüber und denke, dass ist heute ein großer Schritt für uns alle gewesen!

 

 

 

Am Montag, den 16. Februar erhielt ich einen Anruf eines Tierheims, welches anfragte, ob ich einen Border Collie aufnehmen könnte. Der Rüde hatte mehrfach geschnappt und es kam zur Anzeige. Da niemand bereit war, den Hund aufzunehmen und die Besitzer sich überfordert fühlten, stand der Termin zum Einschläfern fest.

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Zunächst verschaffte ich mir Informationen darüber, wie es zu diesen Vorfällen kam. Die Beißvorfälle waren alle nicht die Schuld des Hundes, sondern, wie so oft, das Unvermögen der Besitzer. So wurde Spike z.B. in einem Mehrfamlienhaus an das Treppengeländer angebunden. Andere Menschen liefen daran vorbei und dann hat Spike zugeschnappt. Nach einem vorbeilaufenden Kind. Ja, das ist schlimm, aber wie unvernünftig muss man als Hundehalter sein, um einen Hund unbeaufsichtigt im Treppenhaus anzubinden, wo unkontrolliert andere Personen vorbei laufen.
Nachdem ich dies alles wusste, stand für mich der Entschluss fest: Spike sollte nicht eingeschläfert werden. Ich will versuchen, ihm zu helfen, mit ihm zu arbeiten und ein Zuhause für ihn zu finden, wo er so untergebracht ist, wie es für einen Border Collie sein sollte. In einem Mehrfamilienhaus ist sicher nicht der optimale Platz für ihn. Denn der Border Collie ist nach einer bekannten amerikanischen Studie im Hinblick auf Gehorsamsintelligenz die klügste aller Hunderassen. In der Tat gibt es wohl keinen anderen Hund, der so arbeitswillig, arbeitsliebend UND arbeitsbedürftig ist wie diese Rasse. Durch selektive Züchtung hat der Border Collie gelernt, während seiner Arbeit an der Schafherde ein gewisses Maß an Selbständigkeit zu erreichen und gewisse Probleme quasi “alleine zu lösen”. Dabei liebt es der Border Collie, gemeinsam mit seinem Herrn Aufgaben in Angriff zu nehmen. Letzteres ist es, was diese Hunderasse vor allem bei Sportlern überaus beliebt macht: Die Koo perationsbereitschaft, die er mitbringt, die Aufmerksamkeit und verblüffende Lernschnelligkeit machen das Arbeiten angenehm. Doch hier liegt auch die große Gefahr: Wird der Border Collie nicht gefordert, sucht er sich seine Beschäftigung von selbst, dies endet leider häufig (und in zunehmendem Maße) wenig erfreulich. Von Selbstverstümmelungen über Aggressivität bis hin zu einer enormen Zerstörungswut gegenüber Gegenständen kommt alles vor. Somit kann man zwei Seiten an dieser faszinierenden Rasse beobachten: Der ausgeglichene, richtig und ausreichend beschäftigte Border Collie ist aufgeschlossen, kooperativ, kinderlieb, verschmust und somit der fantastischste Begleiter der Welt. Allerdings ist er auch sensibel und besonders die Rüden können sehr dominant sein. Diese Mischung macht die Erziehung häufig nicht einfach. Wird der Hund jedoch unterfordert, zeigt er eine andere Seite: Er neigt zu den schon erwähnten Problemen. Und das trifft für Spike eindeutig zu. Aber d eswegen ein Todesurteil auszusprechen? Ich nahm Kontakt mit meinem Verein auf und erhielt die Zusage, dass alles, was für Spike getan werden muss, sei es Arzt oder Hundetrainer, und an Kosten anfällt, vom Verein übernommen wird. So konnte ich entspannt zusagen, dass Spike kommen durfte.

 

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Dienstag, 17. Februar
Heute ist schon der große Tag. Spike sollte so um 10.00 Uhr kommen. Und er kam mit einem Großaufgebot an Begleitung: Veterinäramt, Ordnungsamt, Polizei. Spike saß in einer Gitterbox im Auto und war mit Maulkorb gesichert. Er schaute mich voller Unsicherheit und auch etwas ängstlich an und er knurrte. Spike hatte eine Leine an, die ein Stück aus seiner Box herauslag. Vorsichtig öffnete ich die Box, ohne ihn anzuschauen, nahm die Leine und Spike sprang aus der Box. Nun knurrte er nicht mehr, sondern schnüffelte neugierig auf dem Boden rum.
Wir gingen – zusammen mit der stattlichen Begleitung – zu seinem künftigen Gehege und dort nahm ich ihm den Maulkorb ab. Die Leine ließ ich dran, damit ich ihn später ohne großen Stress für ihn einfach rein und raus bringen kann.
Spike schnüffelte kurz sein Gehege ab und legte sich dann hin.
Da war er nun. Spike, ein wunderschöner Rüde voller Unsicherheit, der nicht wusste, warum er hier ist und was mit ihm passiert. Ich beschloss, ihn erst einmal in Ruhe zu lassen und schickte seine „Begleitung“ weg.
Danach ließ ich meine Hunde nach draußen und auch Vicky, die kleine Vermittlungshündin. Alle schauten sich Spike durch den Zaun an. Natürlich musste Sina als Rudelchefin erst einmal bellen und dokumentieren, wer hier das Sagen hat und Vicky meinte, da mit machen zu dürfen.
Ich haben dann mit den 4 Hunden Übungen am Agilityparcouer gemacht, Reifen, Hürden, Tunnel…Und Spike? Spike lag die ganze Zeit auf dem gleichen Platz und beobachtete das ganze Spektakel ganz genau. Aber ohne zu bellen oder sich zu bewegen.
Als ich mit meinen Hunden wieder reinging, hatte Spike Zeit und Ruhe für sich. Er konnte entspannt schnüffeln und so langsam realisieren, wo er überhaupt ist. Und wie das Leben hier sein könnte. Denn einfach rein und raus können, das ging in seinem alten Zuhause ja nicht und es war eindeutig, dass er es genoss. Und er liebte es, draußen zu sein. Und zu beobachten, was sich so alles im Garten abspielte.
Abends wollte ich ihn aber reinholen, denn es war mir zu gefährlich, ihn die ganze Nacht draußen zu lassen. Man weiß ja nie und es war die erste Nacht.
Da er noch die Leine an hatte, war es überhaupt kein Problem, ihn nach drinnen zu bringen. Er musste zwar unbedingt kurz bellen, ging dann aber ohne Probleme mit mir in die Küche und legte sich auf das Hundebett. Was er wohl über diesen Tag dachte?

Mittwoch, 18. Februar
Als ich morgens zu Spike ging, um die Tür nach draußen zu öffnen, bellte er kurz und knurrte. Da ich mich aber nicht beeindrucken ließ, hörte er sofort auf und rannte raus.
Dann ließ ich die anderen Hunde auf der anderen Seite raus, so dass sie sich durch den Zaun beschnüffeln konnten…aber zusammen in ein Gehege, das ging nicht. Obwohl sich keinerlei Aggressionen zeigten und es deshalb möglich gewesen wäre, aber Spike war nicht entfloht, entwurmt und hat einen Tierarzt wahrscheinlich noch nie zu Gesicht bekommen. Noch nicht einmal Hundefutter, so glaube ich, kannte er.
Und dann kam noch hinzu, dass ausgerechnet jetzt eine meiner Collies läufig wurde. Gut, das wird anstrengend, das war mir klar, aber da geht nur: „Da müssen wir durch“! Ist ja für alle schwierig: Für die Hündin, für Spike, dem jetzt verführerische Düfte in die Nase steigen und natürlich auch für mich.
Mittags bekam er dann die erste Dosis Flohmittel. Dann habe ich ihn an die Leine genommen und wir sind einfach über die Wiese gelaufen. Wir haben uns beide nicht angeschaut…das haben wir uns beide noch nicht getraut. Aber die Bewegung hat ihm Spaß gemacht.

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Donnerstag, 19. Februar
Spike will etwas tun. Er will arbeiten, nachdenken, gefordert werden. Nur Beobachten reicht ihm nicht mehr. Er will selbst aktiv sein. Und so bewaffnete ich mich mit Leckerlis und ging zu ihm. Kein Knurren, kein Bellen. Aber unsicher war er noch immer. Er gähnte oft und streckte sich, zeigte Meideverhalten, wenn ich ihn ansah. Aber es wurde weniger und man konnte schon so etwas wie Freude bei ihm erkennen.
Um zu wissen, was er konnte, testete ich einige Kommandos und siehe da: Sitz und Platz kam sofort, selbst Pfote rechts und links ging sofort. Es war ein so schönes Gefühl, zu sehen, wie er meine Kommandos befolgt und besonders schön war es zu beobachten, wie Spike allmählich sicherer, selbstbewusster wurde und sich über das Lob freute.

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Freitag, 20. Februar
Ich wurde mutiger. Mit Spike zusammen gingen wir zum Agilityparcours. Auf dieser Seite des Landes war er ja noch nicht gewesen und da gab es natürlich unendlich viel zu schnüffeln. Vier weibliche Hundedamen, eine davon läufig, das kann einen schon kirre machen. Spike fand es einfach nur toll. So viel „leckere“ Reize für seine Nase. Er lebte sichtlich auf.

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Samstag, 21, Februar
Heute haben wir wieder auf der großen Wiese geübt. Spike fordert immer mehr, allerdings weiß ich nicht so recht, was er will. Bälle werfen findet er toll…aber er bringt sie nicht zurück. Parcour, Hürden, nee, nicht sein Ding.

 

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Sonntag, 22. Februar
Wenn wir draußen sind, bellt Spike mich freudig an und macht Aufforderungen, dass ich mit ihm spiele. Aber was?

Montag, 23. Februar
Ich habe mit einer Hundetrainerin gesprochen und gefragt, wie ich Spike am besten beschäftige. Und sie riet mir zu Futtersuchspielen. Ja, das war der Treffer. Spike liebt es und jetzt bekommt er sein Futter immer auf der Wiese und er muss es suchen. Es macht ihm unendlich Spaß.

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Mittwoch, 25. Februar
Spike ist ein kleiner Künstler. Er kann Slalom durch die Beine, wenn ich laufe. Und wenn ich ihn ins Platz geschickt habe und sage „rolle“, dann rollt sich der süße Kerl einmal über den Rücken.

 

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Freitag, 27. Februar
Spike entwickelt sich toll. Die Leine ist ab, er hört gut auf mich und ich habe richtig viel Spaß mit ihm. Die Hundetrainerin, die Spike besucht hat, glaubt, dass „man ihn wieder hin bekommt“. Aber es wird dauern, da wir ja nicht wissen, wann sein Fehlverhalten aufgetreten ist. Warum, na ja, das liegt mittlerweile fast auf der Hand: schlichtweg Unterforderung.
Da wir kein Risiko eingehen wollen, dass Spike noch einmal schnappt, mache ich mit ihm Maulkorbtraining. Er soll lernen, dass es etwas selbstverständliches ist, was ihm nicht unangenehm zu sein braucht und was natürlich auf keinen Fall so etwas wie eine Bestrafung für ihn ist. Daher muss der Maulkorb immer positiv besetzt sein. Geduld ist gefragt.

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Samstag, 28. Februar
Spike ist toll, immer wieder überrascht er mich mit seiner Klugheit. Er ist kein aggressiver Hund, er ist einfach unsicher.

Sonntag 1. März
Ich habe ein bisschen Bauchweh. Morgen soll Spike kastriert und komplett ärztlich durch gecheckt werden. Ich hoffe, alles ist gut.

Dienstag, 3. März
Spike wurde gestern kastriert und geröntgt.
Es hat sich leider heraus gestellt, dass Spike unter schwerer HD leidet. Er tut mir unendlich leid! Erst wird er gerettet und wir dachten, jetzt wird alles gut und dann das!
Es ist wie ein Schlag ins Gesicht! Trotzdem, sein geht Leben weiter. Er hat ja durch mangelnde Bewegung wenig Muskulatur und das Treppen laufen war natürlich reines Gift bei dieser Diagnose.
Hier ist alles ebenerdig und er hat mehr Bewegung. Dadurch werden seine Muskeln aufgebaut, so dass die Gelenke entlastet werden und zusätzlich bekommt er jetzt Schmerzmittel. Was perspektivisch geschieht, müssen wir überlegen. Es wäre schön, wenn wir ihm helfen könnten.
Wegen der Kastrationswunde trägt Spike eine Halskrause! 10 Tage lang! Vom Maulkorbtraining wird uns das aber nicht abhalten.