Hundenotfall!

Liebe Tierfreunde,
wer es noch nicht weiß: wir mussten einen Hund aufnehmen, regelrecht „retten“!
Alles begann vor 6 Wochen als wir nach einem Anruf einer Nachbarin des Hundes hinfuhren und einen Hund mit etlichen Wunden in einem etwas desolaten Haushalt vorfanden. Der Besitzer völlig überfordert, selber krank, pflegt seine an Demenz erkrankte Frau und weinte, weil er Angst hatte, dass der Hund nun eingeschläfert werden müsste. Der Hund heißt Lassie. Wir fuhren mit Lassie (damals noch 22 kg schwer) zum Tierarzt, Verdacht Flohspeichelallergie, Behandlung mit 3-Monats-Tablette gegen Flöhe und Antibiotika gegen die Hautentzündungen. Nach einigen Tagen fuhren wir erneut mit Lassie zur Kontrolle. Der Tierarzt war zufrieden mit dem Heilungsprozess und wir verblieben mit dem Besitzer so, dass er sich meldet, wenn es Probleme gibt.
Nun, nach 6 Wochen, rief erneut eine entfernt wohnende Angehörige an, weil sie bei einem Besuch Lassie in sehr krankem Zustand vorgefunden habe. Lassies Haut wäre schwer entzündet, er fresse kaum und wenn, würde er alles wieder ausbrechen. Wir holten Lassie wieder ab und fuhren zum Tierarzt. Sie sah schlimm aus und hatte 6 kg abgenommen.
Der Besitzer sagte nun, er sei so überfordert, er schaffe es mit dem Hund nicht und er könne sie nicht behalten. Das sahen der Tierarzt und wir genauso. Die Tierarztpraxis rief deshalb direkt im Tierheim an, aber es wurde wegen Platzmangels abgelehnt. Ein Anruf bei der Polizei sollte die Einweisung in Tierheim durch das Veterinäramt schaffen, doch der Leiter des Veterinäramtes ließ über die Polizei ausrichten, er sähe keine dringende Notwendigkeit für eine Einweisung. Eine Blutuntersuchung ergab eine Blutarmut unklarer Ursache und wegen dem zusätzlichen Gewichtsverlust wurde eine Krebserkrankung in Erwägung gezogen. Eine nähere Untersuchung müsste in einer Klinik erfolgen, falls kurzfristige Maßnahmen nicht anschlagen würden. Nach der Behandlung brachten wir den Hund mit seinem Besitzer wieder nach Hause und versprachen, am Folgetag wieder zu kommen und ihm die Medikamente zu verabreichen und die Wunden frei zu schneiden, denn es klebte das Fell in einigen „Löchern“. Am Folgetag wurde dies erledigt und Lassie ging es auch besser. Am darauf folgenden Tag ging es Lassie aber wieder viel schlechter und die gesamte Situation ließ es eigentlich nicht mehr zu, den Hund länger leiden zu lassen. Er würde Blut erbrechen und sei apathisch. Der Besitzer wollte den Hund einschläfern lassen und wir holten Lassie am Folgemorgen ab. Schwanzwedeln kam Lassie auf uns zu und schnupperte am Wegesrand nach Hundespuren. Der Besitzer wollte nicht mit, „das würde er nicht durchstehen“ und er möchte ihn nicht wieder haben.
Wir fuhren zum Tierarzt und sowohl er als auch wir waren der Meinung, dass der Hund nicht ohne eine bestätigte Diagnose einer unheilbaren Krankheit eingeschläfert werden könne. Wir fütterten ihn, um beurteilen zu können, wie er frisst und ob er wirklich Blut erbricht. Ratzifatzi war die Schüssel mit Schonkost leer und die Entscheidung, zur Tierklinik nach OL zu fahren, stand fest. Nach einer ewig dauernden Fahrt (Baustellenstau) und ewigen Wartezeiten in der Klinik (andere Tiere hatten akute Atemnot und Kollapse bei der Hitze) waren wir Ergebnissen und einem hungrigen Hund, der sich nicht übergeben hatte und sehr brav im Auto war, um 19.30 wieder in Norden. Ultraschall und Röntgen hatten größere Tumore ausgeschlossen. Der Verdacht in der Norder Praxis hatte sich eher bestätigt und auch unsere schleichende Ahnung, dass der Besitzer den Hund nicht mehr richtig versorgt hatte und ihn nicht mehr realistisch einschätzen konnte, nahm ebenfalls Fahrt auf.
Er konnte und sollte nicht zurück und somit landete er bei uns in einem gefliesten und soeben frisch renovierten Raum in unserem Anbau.
Lassie entwickelt sich von Tag zu Tag prächtig, sie ist sehr lieb, frisst gut, lässt sich Medikamente, Hautsprays, Augentropfen (einen Augenverletzung und Entzündung hat sie auch noch) verabreichen, ist stubenrein, friedlich und zeigt besten Appettit!
Inzwischen sind weitere Blutergebnisse da, die einige in Erwägung gezogene Krankheiten ausschließen.
Wir gehen davon aus, dass Lassie wieder gesund wird und suchen für die 8-jähirge Hündin dann ein Zuhause. Bitte umhören!
Allen ein schönes Wochenende und Daumen drücken für Lassie nicht vergessen!
(Ach, ja, wegen dem Besitzer haben wir das Gesundheitsamt angerufen, damit auch ihm geholfen wird.)
Informationen: 04931-12341