Zum Einsatz von Katzenfallen!

Zum Einsatz von Katzenfallen

Im Rahmen von Kastrationsaktionen freilebender Katzen werden Fallen eingesetzt, um die nicht zahmen Tiere einzufangen. Danach werden sie in Tierarztpraxen gebracht, operiert und mit Transpondern gekennzeichnet, um sie anschließend nach dem Ausschlafen, wenn sie fit sind, am Ort des Einfangens wieder auszusetzen. Damit dieses Unterfangen tierschutzgerecht und damit möglichst schonend und stressfrei für die Tiere ist, gilt es Folgendes zu beachten:

Die Falle muss so beschaffen sein, dass Schäden, Schmerzen und Leiden vermieden werden! Keine scharfen Kanten, kein Strangulieren an mechanischen Teilen, kein Einklemmen unter der Verschlussklappe und eine angepasste Gittergröße, um ein Steckenbleiben von Gliedmaßen zu verhindern. Gitterfallen sollten mit einer Decke abgedeckt werden, um äußere Einflüsse so gering wie möglich zu halten und der Katze etwas Sicherheit zu geben. Optimal ist eine Vorrichtung, mit der die Tiere kurzfristig für den Moment der Betäubungsspritze an einer Längsseite fixiert werden können. Noch besser sind Katzenfallen aus Siebdruckplatten. Hier kann der Boden auch komplett mit Blättern, Sand etc. ausgelegt werden.
Ideal sind auch passende Umsetzboxen.

Empfehlenswert ist, Fallen mit Futter, ohne dass diese gespannt sind, schon einige Tage vor der Einfangaktion aufzustellen. Die Katzen werden durch das Futter angelockt, machen eine positive Erfahrung und werden dann leichter in die Fallen gehen.

Vor Beginn der Fangaktion müssen die involvierten Tierarztpraxen zwecks Planung und Vorbereitung benachrichtigt werden. Es muss mit den Grundstücksbesitzern die Erlaubnis zum Aufstellen der Fallen eingeholt werden. Ggf. müssen Jagdpächter und die Gemeinden informiert werden.

Werden die Fallen scharf gestellt, ist eine mehrmalige tägliche Kontrolle nötig, um die Zeit in der Falle für die Tiere möglichst kurz zu halten.

Der Transport zur Praxis hat schonend und vorsichtig zu erfolgen!

Für den Rücktransport aus der Tierarztpraxis empfehlen sich von oben zu öffnende Transportbehälter, aus denen die Katzen leicht in die Freiheit entlassen werden können.

Fallen und Transportbehälter sind nach jeder Benutzung zu reinigen und zu desinfizieren.

Wichtig: Jeder, der eine Katze einfängt, ist verantwortlich, dass sie keinen körperlichen Schaden nimmt! Und eines ist absolut verboten: im eigenen Garten Fallen aufzustellen, um Katzen aus der Nachbarschaft, die man als störend empfindet, einzufangen. Das ist ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz!

Dr. Ute Zogbaum, Dr. Jürgen Block Eine Serviceinformation der Tierärztekammer Niedersachsen

2 Gedanken zu „Zum Einsatz von Katzenfallen!“

  1. Klingt alles gut. Wir haben mehrere Wildkatzen auf unserem Grundstück, davon 2 Jungtiere. Die Katzenfalle wurde beim Tierheim besorgt und aufgestellt um sie kastrieren zu lassen. Mehrere Tiere gehen hinein, darunter die Jungtiere, wobei beide fast zur gleichen Zeit in die Falle marschieren. Bis jetzt haben wir die Falle nicht scharf gestellt, da die Möglichkeit, dass das nachfolgende Tier, welches in die Falle läuft, beim Herunterfallen der Metallklappe verletzt oder getötet wird. Gibt es Fallen, bei denen die Klappe per Fernbedienung geschlossen werden kann und somit die Falle gezielt geschlossen wird, ohne Verletzungen an dem nachfolgenden Tier zu verursachen?

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    • Ja, das ist nicht so einfach. Meines Wissens gibt es keine Fallen mit „Fernauslöser“. Wir haben es schon einmal so gemacht, dass wir die Tür mit einer Schnur hochgezogen und dann losgelassen haben, wenn eine Katze drin war. Allerdings hatten wir bisher auch nie einen Unfall, so wie sie ihn befürchten. Möglicherweise sollten Sie mehrere Fallen aktivieren.

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