Jahreshauptversammlung: Tierschutzverein sucht aktive Helfer

Bericht von der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins im Anzeiger für Harlingerland vom 1.4.2019

Die Mitglieder des Tierschutzvereins Harlingerland trafen sich vor wenigen Tagen in Werdum zur Jahreshauptversammlung. Die Vorsitzende Elfi Kirchdorfer bedankte sich für die vielfältige Unterstützung des Vereis durch Sach- und Geldspenden, aber auch durch aufmunternde und lobende Worte für die geleistete Arbeit. In ihrem Rückblick auf das 28-jährige Bestehen des Vereins betonte sie, dass es, seitdem das Tierschutzgesetz 2002 im Grundgesetz verankert wurde, durchaus Veränderungen gebe. Die reale Situation der Tiere habe sich dadurch aber nur minimal verändert. Es bestehe weiterhin großer Handlungsbedarf, sowohl in der Nutztierhaltung als auch bei der Haltung in Privathaushalten.

Anstieg der Tierschutz-Meldungen

Dass der Tierschutz aber immer stärker ins Bewusstsein der Menschen und den Fokus der Öffentlichkeit gelange, merke man nicht nur an den veränderten Haltungsansprüchen, sondern auch am Anstieg der Meldungen über Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Mit den Worten „Wenn Tiere sprechen könnten, würde die Menschheit weinen“ erklärte sie, die Teilnehmer der Versammlung zwar nicht zum Weinen bringen zu wollen. Aber in der von der zweiten Vorsitzenden Jenny Kaven erstellten Bilder-Präsentation waren Tiere zu sehen, deren Schicksale anrührten und nachdenklich machten.

Pflegestellen sind wichtig

51 Katzen, davon 23 Kitten, wurden als Fundkatzen aufgenommen. 42 wurden vermittelt, neun warten noch auf ein eigenes Zuhause. Den Katzen ging es bei der Aufnahme schlecht, sie benötigten tierärztliche Behandlung und waren in einem schlechten Ernährungszustand. Vier Hunde aus einer Beschlagnahmung des Veterinäramtes wurden von den Pflegestellen des Vereins aufgenommen.

Wir brauchen Unterstützung

Neben den hohen Tierarztkosten und der schlecht versorgten Haustiere machen auch fehlende Helferhände dem Verein Sorgen. Es seien zu wenige Mitglieder bereit, aktiv zu unterstützen. Häufig ließen Autofahrer angefahrene Tiere, Haus- oder Wildtiere, liegen, ohne sich um sie zu kümmern. „Auch da werden wir um Hilfe gebeten“, so Kirchdorfer. Um das bewältigen zu können, brauche der Verein mehr Mitglieder, die bereit seien, sich vor Ort um die Tiere zu kümmern.

Katzenschutzverordnungen helfen

Auch die zu hohe Zahl nicht kastrierter Katze sei nach wie vor ein Problem. „Die Samtgemeinde Esens hat durch den Erlass einer Katzenschutzverordnung Verantwortung gezeigt.“ Die anderen Gemeinden im Kreis müssten folgen.
Insgesamt blicke der Vorstand zufrieden auf 2018 zurück und zuversichtlich in die Zukunft. „Was wir allerdings benötigen, sind jüngere Engagierte, die einmal unsere Aufgaben übernehmen wollen.“

Der Bericht erschien am1. April 2019 im Anzeiger für Harlingerland.