Aus aktuellem Anlass!!!

Zur Zeit häufen sich die Meldungen über gefundene Kitten. Deshalb die wichtigsten Informationen zum Thema Fundtier:

 

Die Stadt oder die jeweilige Gemeinde ist für die Unterbringung und medizinische Erstversorgung von Fundtieren zuständig. In der Regel haben sie Verträge mit Tierheimen, die dann die Tiere in ihre Obhut nehmen.  Für die Samtgemeine Esens ist dass das Tierheim Hage, für den Landkreis Wittmund Wilhelmshaven und für Holtriem wiederum Hage. Tiere aus dem Bereich Aurich gehören dann in das dortige Tierheim. Grundsätzlich gilt: Sofort nach dem Fund des Tieres muss die Gemeinde darüber informiert werden. Gerne wird argumentiert, dass ein Fundtier ein Tier ist, was seinem Besitzer entlaufen ist. Das stimmt nur begrenzt, denn solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, muss das Tier als Fundtier behandelt werden. Das gleiche gilt für ausgesetzte Tiere. Auch da ist die Gemeinde, Ordnungsamt oder evtl. auch Veterinäramt zuständig. Bitte nehmt nicht einfach mit nach Hause, sondern meldet das Tier.

.

Umgang mit Fundtieren in Niedersachsen

Eine Information des Tierschutzausschusses der Tierärztekammer Niedersachsen

Grundsätzlich sind aufgefundene Tiere, die üblicherweise von Menschen gehalten werden, wie Hunde, Katzen, Ziervögel, landwirtschaftliche Nutztiere oder Tiere, die nicht den hier sonst wildlebenden Arten zuzurechnen sind, als Fundtiere einzustufen und zu behandeln.

„Die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere stehen unter dem Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände.“
(Art. 20a Grundgesetz)

Fundtiere unterliegen dem Fundrecht (BGB§965-984). Für den Finder oder die Finderin besteht die Pflicht, das aufgefundene Tier der zuständigen Fundbehörde (Gemeinde) anzuzeigen. Die zuständige Behörde ist zur Aufnahme und Betreuung des Fundtieres verpflichtet. Sie kann diese Aufgabe Dritten z.B. Tierschutzvereinen übertragen.

Voraussetzung für die Kostenübernahme ist die Anzeige des Fundes durch den Finder bei der Behörde (Tierart, Fundort, Uhrzeit).

Die Betreuungskosten schließen die notwendigen unaufschiebbaren veterinärmedizinischen Behandlungskosten ein wie Versorgung von Verletzungen und Behandlung akuter Erkrankungen. Die Abrechnung hat nach GOT zu erfolgen. Prophylaktische Maßnahmen wie z.B. Impfungen werden sich danach richten, wo das Tier anschließend untergebracht wird und sollten im Vorfeld mit der Fundbehörde abgeklärt werden. Gleiches Vorgehen empfiehlt sich auch bei diagnostischen Maßnahmen, aufwendigen Behandlungen und chirurgischen Eingriffen. Eingriffe zur Verhinderung der Fortpflanzung sind nicht erstattungsfähig!