Bruno, de Hund de ut Moor keem

Update: 15.06.2021  Neues von Bruno

Bruno ist ca. 1 1/2 Jahre alt und er hat in seinem bisherigen Leben tatsächlich nicht viel kennen gelernt. So hört er weder auf seinen Namen, noch kennt er die wesentlichen Grundkommandos. Hinzu kommt seine Unsicherheit. Alle fremden und unbekannten Eindrücke machen ihm Angst und er würde in vielen Situationen am liebsten „fliehen“. Daher musste er erst einmal ausschließlich mit Sicherheitsgeschirr und Schleppleine auf dem (eingezäunten) Grundstück spazieren geführt werden, denn Bruno kannte die Menschen auf der Pflegestelle nicht und auch diese musste ihn vorsichtig kennen lernen, um ihn  besser einschätzen zu können. Und Bruno musste Vertrauen zu ihnen aufbauen. Ein notwendiger Tierarztbesuch erwies sich als problematisch, da Bruno auf keinen Fall ins Auto steigen wollte. Wer weiß, an welche früheren Erlebnisse ihn das erinnerte. So musste der Tierarzt auf die Pflegestelle kommen, um Bruno zu untersuchen und zu behandeln.

Bruno ist sehr lernwillig. Jeden Tag werden mit ihm in kleinen Einheiten Dinge geübt, die er eigentlich schon kennen müsste. Dazu gehören neben den Grundkommandos wie Sitz und Platz etc.  auch die Leinenführigkeit. Selbst das Anlegen des Geschirres und das Festmachen der Leine musste in kleinen Schritten trainiert werden. Dabei ist für Bruno vor allem Ruhe, Gelassenheit und Behutsamkeit notwendig, denn Hektik und Unruhe machen ihm Angst. Bruno ist körperlich ein großer Hund, aber er ist sehr sensibel und in seiner Brust schlägt ein kleines Hasenherz, das von seinen neuen Besitzern Unterstützung braucht.

Mittlerweile kennt Bruno einige Kommandos, aber es muss weiter mit ihm gearbeitet werden, damit sich das stabilisiert. Bei den Spaziergängen zeigt sich Brunos Unsicherheit deutlich. Um diese zu überwinden, helfen ihm die Hunde der Pflegestelle. Hier hat Bruno eine Orientierung, die ihn unterstützt.  Aus diesem Grunde sollte in seinem neuen Zuhause ein souveräner Hund leben, der ihm zeigt, wie schön und ungefährlich das Hundeleben  sein kann.

Bruno muss auf jeden Fall einen sicher eingezäunten Garten haben, denn er ist schon mal weg gelaufen. Das darf auf keinen Fall noch einmal passieren, denn die traumatischen Erfahrungen waren gravierend. Bruno sollte auf jeden Fall ländlich leben, damit die Reize, mit denen er sich auseinander setzen muss, für ihn überschaubar bleiben und er so Souveränität, Furchtlosigkeit und Optimismus entwickeln kann.

Bruno hat das Potential, ein Traumhund zu werden. Die Pflegestelle gibt alles, ihn auf diesen Weg zu bringen. Aber auch die neuen Besitzer müssen mit der entsprechenden Sachkompetenz diesen Weg weiter beschreiten und ihn unterstützend begleiten.

Im Augenblick kann Bruno noch nicht vermittelt werden, aber vielleicht finden sich schon Menschen, bei denen alle „Außenbedingungen“ stimmen. Besuche sind aber noch nicht möglich! Informationen: TSV Harlingerland e.V., Tel.: 04974-9144931 oder 04977-990096

Das ist die Geschichte von Bruno,welche die Hundesuchhilfe Ostfriesland nach seiner erfolgreichen Sicherung geschrieben hat. Er lebt lebt jetzt bei uns auf der Pflegestelle. Neuigkeiten von Bruno folgen.

Das unser Team nach diesen zwei Wochen ungeschminkt bei „The walking dead“ mitmachen kann, ist wahrscheinlich verständlich .Und deshalb möchte ich hier den ersten Dank los werden! DANKE, dass ihr völlig verrückten und herzensguten Menschen immer wieder das Unmögliche möglich macht. Egal wie verzweifelt wir manchmal sind, wie aussichtslos und sinnlos es manchmal erscheint…Aufgeben ist niemals eine Option. Dankbar, für euren Mut, eure Entschlossenheit und eure großen Herzen !!!Aber von vorn…Bruno, ein 1,5 jähriger Berner Sennenhund entlief am 14.05.21 seiner neuen Familie. Er war erst am Vortag angekommen. Am 17.05.21 kontaktierte uns dann seine Familie und wir begannen mit der Arbeit. Flyer wurden gedruckt, Futterstellen eingerichtet, Schleppen gezogen. Wir erfuhren dass Bruno auch in dem vorherigen Zuhause nur wenige Tage war. Er war innerhalb einer Woche zweimal umgezogen und auch davor schon entlaufen. Er war verwirrt, hatte zu niemandem Bezug und war nun schon das ganze Wochenende ohne Sichtung auf sich gestellt. Am späten Abend gab es dann die erste Sichtung in der Nähe vom Zuhause. Dort wurde er dann allerdings angesprochen und lief wieder weiter. Die Futterstellen zu Hause blieben unberührt…Wir richteten neue an der letzten Sichtung ein. Aber auch dort ließ er sich nicht mehr blicken. Im Januar waren wir an dem gleichen Ort, rund um den Moorweg in Großheide. Daher kannten wir die Gegebenheiten, viele nette Menschen und natürlich das schöne Moor. In dem Bruno sich erfolgreich versteckte. Nicht nur die Jäger, Jagdpächter und Landbesitzer unterstützten die Suche nach Bruno. Wir bekamen viele Angebote der Anwohner, dass wir bei Bedarf Futterstellen einrichten dürften. Egal wo wir fragten, es war nie ein Problem. Durch ein paar Sichtungen hatten wir aber schnell Brunos Runde entdeckt.

Sein Lieblingsplatz außerhalb des Moores war der Hof von Kater „Manni“ Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass Manni gerne Hunde verprügelt und Besucher ohne mit der Wimper zu zucken verjagt. Wir hatten ein bisschen Angst, als wir bei Mannis Dienern klingelten. Aber zum Glück waren es wundervolle Menschen, die uns sofort erlaubten den Hof mit Futterstellen zu bestücken. Manni und seine Katzenkumpel wurden mit einem Trick ins Haus gelockt, damit er die Aktion nicht sabotiert. Allerdings kann Manni Türen öffnen. Kurz nachdem wir fertig waren stand auch Bruno schon auf der Matte…Am 19.05.21 hatten wir also eine angenommene Futterstelle. Er fraß in Ruhe und kam auch zu seiner Morgenrunde wieder vorbei. Am nächsten Abend wurde Beuli gestellt. Das Wetter schlug um. Die Regenzeit begann und Bruno war plötzlich verschwunden. Er kam weder zum Hof, noch zu den anderen Punkten. Nacht für Nacht saßen wir wach vor den Kameras, verjagten fremde Katzen und hofften dass es Bruno gut geht und er zurück kommt. Am Pfingstsamstag wurde er dann gesehen, wie er zu einer unüblichen Zeit aus seinem Moor kam. Leider erschrak er sich vor Dach arbeiten und lief wieder zurück. Am Abend tauchte er dann sechs Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Moores wieder auf. Zerzaust, verstört und ängstlicher als zuvor. Am nächsten Mittag gab es dann noch eine Sichtung und dann Stille

Tag für Tag legten wir bei strömendem Regen neue Spuren. Sprachen immer wieder mit Anwohnern und Jägern. Verteilten Zettel, aber Bruno blieb verschwunden. Manni erlaubte weiterhin die Falle zu stellen. Allerdings machte er sich auch einen Spaß daraus, uns immer wieder zu Tode zu erschrecken, indem er sich provokant vor die Tür setzte und in die Kamera blickte.Am Donnerstag setzten sich zwei Teammitglieder nochmals ins Auto und verteilten Handzettel. Auch an den entlegensten Höfen. Jackpot. Unser aller Glück, eine liebe Frau entdeckte am Freitag den Zettel im Briefkasten und am Samstag Bruno. Er lief am Rand des Moores über eine Wiese. Kurzerhand wurde eine Futterstelle eingerichtet und auf dem Weg zum Spuren ziehen, entdeckten wir dass Bruno noch vor Ort war. Er war allerdings hochgeschreckt und rannte direkt auf das Moor zu. Als er merkte dass wir sofort umdrehten blieb er glücklicherweise stehen. Ich erzählte der lieben Frau dass es manchmal auch vorkommt, dass so ein Hund plötzlich aufgibt, oder auf einen Menschen oder Hund trifft bei dem er plötzlich sagt, ok, bei dir lauf ich nun mit. Grad bei Hunden wie Bruno, die dem Menschen eigentlich zugewandt sind. Aber das sind leider seltene Fälle. Kontrollieren oder vorhersehen kann man das leider nie. Auch ich habe schon bei einigen Hunden letztendlich dann doch eine Handsicherung machen können. Vielleicht erinnert sich noch jemand an z. B. Zoey oder Bombel. Aber das entscheidet der Hund, niemals wir. Und deshalb kann man auch nicht wie blöde zu jeder Sichtung fahren und den Hund anquatschten. Nur um es mal eben zu probieren.

Hinterher gehen oder fahren schon dreimal nicht. Denn all das verhindert, dass der Hund Ruhe findet und Futterstellen usw. annimmt. Bruno allerdings war am Ende…Er legte sich wieder ab und blieb liegen. Was die Anwohnerin mit großer Sorge vom Haus aus beobachtete. Kurzerhand lief sie nochmal mit Würstchen in seine Richtung. Diesmal blieb er liegen. Die Kraft war aufgebraucht, der Hunger groß und so konnte sie ihm tatsächlich am Halsband eine Leine befestigen. Er blieb zwar bei ihr, aber seine Angst war immer noch enorm. Zum Haus kam sie mit ihm nicht. Und so blieben die zwei einfach in der Wiese sitzen und warteten bis ich mit Sicherheitsgeschirr, Halsbändern und klopfenden Herzen da war. Er ließ sich alles anlegen, mein Auto wurde auf die Wiese gefahren. Bruno zum Kofferraum gefüttert und dann ließ er sich zum Glück etwas überrumpelt rein heben! Und wie ihr es schon von Plüsch kennt…hier wäre jetzt die Geschichte zu Ende blah blah. Aber es geht weiter. Brunos Familie erklärte schon zu Anfang dass sie nicht wissen wie es weiter gehen soll. Sie überfordert sind und ihm eigentlich ein passenderes zu Hause wünschen, da sie befürchteten ihm nicht gerecht zu werden. Unsere Plätze sind alle belegt, also bat ich kurzerhand den Tierschutzverein Harlingerland e.V. um Unterstützung. Ohne zu Zögern sagten sie zu. Ein passender Platz auf einer Pflegestelle war frei. Unsere wundervollen anonymen Sponsoren wurden um Hilfe gebeten, ob sie vielleicht ein Bett und Geschirr für Bruno spenden würden. Um dem Verein etwas unter die Arme zu greifen. Kurz darauf bekam ich fassungslose Nachrichten von Brunos zukünftiger Ps, die sich plötzlich in einer Flut von Kartons voller Decken, Hundebetten, Leckerlies, Leinen, Halsbändern und was Hund noch so braucht, wieder fand.

DANKE DANKE DANKE!!!

Seit gestern ist auch endlich Bruno da! Er hat eine große verkrustete Narbe auf dem Kopf, am Hals und der Kehle. Er ist dünn geworden und sitzt voll mit ungelogen weit über 100 Zecken! Ob er Ärger mit einem anderen Tier hatte oder festhing und ob das der Grund war, weshalb er nicht mehr auftauchte wissen wir nicht. (Manni hat auf jeden Fall ein Alibi).

KEINE VERMITTLUNGSANFRAGEN

Er kann und wird in diesem Zustand auf keinen Fall vermittelt!!!Auch kann er noch nicht besucht werden! Hier zählt NUR der Hund! Und der muss jetzt erstmal ankommen und zur Ruhe kommen dürfen. Und dann darf er in Ruhe erzählen, wie sein zukünftiges Zuhause aussehen soll. Und dann wird erst eine Familie gesucht. Darüber werden wir dann auch informieren. Ich möchte Danke sagen…An Brunos Familie, für das Vertrauen in unsere Arbeit, die tatkräftige Unterstützung und die Überschreibung von Bruno. Damit er ein passendes zu Hause finden kann! An die gesamte Jägerschaft im und am Moor, für die freie Handhabe, die Unterstützung und die Geduld. Grad in der Brut und Setzzeit keine Selbstverständlichkeit! Die wundervollen Menschen die rund ums Moor wohnen! Was seid ihr alle für tolle Menschen! Tausend Dank für eure Gastfreundschaft und die Herzlichkeit! Danke auch an Conni, die uns zum ersten Mal unterstützte und das nun vielleicht öfters tun wird! Danke an alle Teiler, Daumen Drücker und Mutmacher!

Danke TSV Harlingerland!!! Dieses Netzwerk untereinander, mit den verschiedenen Vereinen und Tierheimen ist Gold wert! Einfach Danke! Zu guter Letzt, Brunos Retterin…Du sagtest noch, schade dass er mich nicht ausgesucht hat. Weil er nicht zu euch kam. Am Ende entschied er sich doch für dich und dein gutes Herz!

Böse Kommentare wegen was auch immer werden gelöscht

Hab heute Sonne im Herzen und das bleibt auch so! Wir schlafen nun drei Tage durch, Nacht

Wer Bruno finanziell unterstützen möchte kann dies unter folgender Kontonummer tun:

Tierschutzverein Harlingerland e.V.

IBAN: DE53285500000001064856

BIC:BRLADE21LER

Sparkasse LeerWittmund

Betreff: Bruno

Bitte noch keine Anfragen für Bruno!

1 Gedanke zu „Bruno, de Hund de ut Moor keem“

  1. Was für eine Geschichte! Wir haben selbst einen Hund gehabt, der uns zugelaufen war. Er hat 2 Jahre Angst vor Männern gehabt und es hat viel Geduld und Zeit gebraucht, bis er Vertrauen zu Männern aufgebaut hatte. Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt! Ich habe diesen Hund geliebt und er mich auch. Es muss einfach passen. Er hatte uns ausgesucht und es passte. Ich wünsche Bruno von ganzem Herzen, dass er seine Menschen findet und dass die Menschen ihm zeigen können, wie schön das Leben sein kann!

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