Little…das Schicksal ist ein mieser Verräter

Update: 26.11.21 Wir hatten gedacht, dass Little nun gerettet sei. Futter, Streicheleinheiten, einen warmen Platz, die Zähne behandelt (sie mussten leider bis auf einen alle gezogen werden), so dass er jetzt durch starten kann in sein neues Leben. Aber das Schicksal hat noch einmal zugeschlagen. Littles Nierenwerte weisen auf eine Niereninsuffizienz hin, so dass er auf Nierenfutter umgestellt werden muss. Eine gestörte Nierenfunktion gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen, mit denen Katzenhalter konfrontiert sind. Häufig sind ältere Katzen betroffen, aber auch junge Tiere können an einer akuten oder chronischen Nierenschwäche leiden. Aber auch Katzen mit einer Nierenschädigung können bei entsprechender Behandlung durch Futterumstellung und regelmäßiger tierärztlicher Überwachung alt werden. Little ist aber nun nicht mehr jung und wir wissen nicht, wie lange er schon mit der Problematik zu kämpfen hat.

Hinzu kommt, dass sich im Blutbild zeigte, dass Little Träger des felinen Coronavirus ist. (Keine Panik, es ist nicht auf den Menschen und andere Tiere übertragbar.) Das feline Coronavirus (FCoV) ist ein Virus, das ausschließlich Katzen befällt. Dieses tragen viele Hauskatzen in sich, was in der Regel ungefährlich für das Tier ist. Übertragen wird das Virus oft vom Muttertier auf die Feten oder Kitten oder aber über Kot und Urin von befallenen Katzen. Erst wenn das Virus mutiert und die Krankheit ausbricht, ist von der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP), einer Bauchfellentzündung, die Rede. Die Krankheit ist hier bei Katzen noch nicht therapierbar, allerdings gibt es erste erfolgversprechende Behandlungsansätze aus Amerika.

2019 veröffentlichte Prof. Dr. Niels Pedersen von der University of California, Davis eine Studie zum Thema FIP bei Katzen. Hier zeigte sich, dass das Medikament GS-441524   viele Katzen von FIP heilen konnte, allerdings ist es in Deutschland noch nicht zugelassen.

Nun hoffen wir sehr, dass Little seine Menschen finden wird, die sich darauf einlassen können, dass seine Lebenserwartung unsicher ist. Aber ganz ehrlich, wann weiß man das denn tatsächlich? Leben ist ein Risiko und vielleicht helfen diese weisen Worte von Alexis Carrel: „Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben„. Für Little wäre es sicher die Erfüllung seines größten Traums!

Update: 18.11.21 Little erholt sich allmählich, geniesst die menschliche Zuwendung, das regelmäßige Futter und macht der Pflegestelle viel Freude, weil er so unglaublich, dankbar und verschmust ist. Auf dem Arm liegen und sich streicheln lassen, das ist seine große Leidenschaft. Nächste Woche werden seine Zähne saniert und dann wird er auch komplett durchgecheckt, damit wir nichts übersehen, womit wir ihm helfen können. Dann könnten sich auch schon Interessenten melden. Informationen: TSV Harlingerland e.V., Tel.: 04974-9144931

Das war tatsächlich Rettung in letzter Minute. Lange hätte es diese arme Kreatur nicht mehr geschafft. Little konnte aufgrund des Hinweises einer aufmerksamen Tierfreundin, die ihn entdeckt hat, gesichert und dem Tierarzt vorgestellt werden. Sein Zustand ist erschreckend.

Little ist stark abgemagert (2,9 Kilo), total dehydriert und hatte wahnsinnig großen Hunger und Durst Er war unterkühlt, stark verfloht mit verklebtem Fell und Ohrmilbenbefall. Nase, Nebenhöhlen und Augen sind durch eine verschleppte Erkältung total vereitert. Ein Wurmbefall und eine Blasenentzündung sind zudem anzunehmen. Er besitzt nur noch zwei Zähne, von denen einer aufgrund einer stark eitrigen Entzündung möglichst bald entfernt werden muss. Außerdem fehlen Stücke des Oberkieferknochens, evtl. verursacht durch einen Unfall. Glücklicherweise ist nichts gebrochen. Er ist so dankbar für seine Rettung und war auch beim Tierarzt ein echter Goldschatz, der im Handumdrehen auch die Tierarzthelferinnen und den Doktor um den Finger gewickelt hat. Er konnte sich gar nicht entscheiden, ob zuerst Kuscheln oder Essen/Trinken. Da der Besitzer des Tieres bisher nicht ausfindig gemacht werden konnte, ist er erstmal bei uns auf die Pflegestelle gekommen und hat sich nach weiteren Streicheleinheiten schnurrend in seine warme Quarantänebox eingekuschelt. 

Informationen: TSV Harlingerland e.V., Tel.: 04974-9144931

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