Erste Hilfe bei Unfällen mit Tieren!

wildunfallImmer wieder kommt es vor, dass ein Tier, offensichtlich sich selbst überlassen, am Straßenrand umherirrt. Viele Tiere verunglücken im Straßenverkehr. Während kleine Wildtiere (z.B. Igel, Kröten) meist tot aufgefunden werden, liegen größere Tiere (Katzen, Rehe, Füchse) nicht selten verletzt am Straßenrand.

Was ist zu tun?

Als Fahrzeugführer ist es meine ethische und gesetzliche Verpflichtung, mich um ein angefahrenes Tier zu kümmern. Das fordert auch das Tierschutzgesetz. Ein häufiges Motiv, einem Tier nicht zu helfen, ist die eigene Hilflosigkeit. Der Fahrzeugführer, der ein Tier findet oder selbst ein Tier angefahren hat, weiß nicht, was er tun soll.

Ein Haustier wurde angefahren

Generell gilt: Ruhe bewahren! Panik hilft dem Tier jetzt nicht. Folgendermaßen sollten Sie vorgehen:

  • Unfallstelle absichern, damit kein anderes Fahrzeug in die Unfallstelle hineinfährt
  • Eine Decke ausbreiten
  • Das Tier vorsichtig auf die Decke legen
  • Ist das Tier bei Bewusstsein: Mit einer Hand das Tier an der Nackenhaut festhalten; die andere Hand unter das Tier legen. Mit dem Nackengriff verhindert man Abwehrreaktionen des Tieres.
  • Ist das Tier ohne Bewusstsein: Beide Hände unter das Tier legen; Kopf stützen vorsichtig auf die Decke legen; Zunge herauslagern, Herzmassage (durch mehrmaligen kurzen Druck auf den Brustkorb)
  • Anruf bei der Polizei: Die Polizei soll sofort die Adresse des nächsten diensthabenden Tierarztes oder einer Tierklinik heraussuchen. Tierkliniken müssen sicherstellen, dass sie 24 Stunden am Tag erreichbar sind (ist dies nicht der Fall, dürfen sie sich nicht Tierklinik nennen).
  • Rufen Sie / oder die Polizei sofort bei dem Tierarzt / der Tierklinik an. Bringen Sie / oder evtl. die Polizei das Tier dort vorbei. Die berufliche Ethik verpflichtet den Tierarzt, lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten.

Ein Wildtier wurde angefahren

Auch ein Wildtier, etwa ein Fuchs, oder ein  Reh, das angefahren wurde, darf auf keinen Fall unversorgt am Straßenrand zurückgelassen werden. Wildtiere sind in den allermeisten Fällen allerdings so schwer verletzt, dass sie an ihren Verletzungen sterben oder getötet werden müssen.
Es besteht die gesetzliche Verpflichtung, bei einem Wildschaden noch vor Ort die Polizei zu informieren. Aber auch eine Person, die den Unfall nicht selbst verursacht hat, sollte nicht wegschauen, sondern handeln.
Die wichtigsten Schritte:

  • Ruhe bewahren! Panik hilft dem Tier nicht.
  • Unfallstelle absichern, damit kein anderes Fahrzeug in die Unfallstelle hineinfährt (Warndreieck, Warnblinker, Warnweste)
  • Anruf bei der Polizei oder Feuerwehr:  Angaben zur Unfallstelle. Wichtig: Verlassen Sie die Unfallstelle nicht bis die Rettungskräfte oder der Jagdausübungsberechtigte tatsächlich eingetroffen sind und teilen Sie dies den Rettungskräften bei Ihrem ersten Anruf gleich mit. Damit schließen Sie aus, dass das Tier womöglich stundenlang an der Unfallstelle liegen bleibt. Sollte auch nach einer halben Stunde noch Niemand am Unfallort eingetroffen sein, rufen Sie erneut bei den Rettungskräften an. Stellen Sie sicher, dass wirklich jemand in angemessener Zeit an der Unfallstelle eintrifft.
  • Bei verletzten Füchsen oder Rehen: Halten Sie Abstand zu den Tieren, bis professionelle Hilfe eintrifft. Verletzte Füchse oder Rehe können sehr wehrhaft und unberechenbar sein und den Finder ggf. gefährden.

Deutscher Tierschutzbund e.V.
Bundesgeschäftsstelle
In der Raste 10
53129 Bonn

Der 5-Punkte-Check für die Vogelfütterung

Der goldene Oktober geht langsam in einen eisigen November über. In den Regalen der Drogerie- und Supermärkte stapelt sich bereits das Vogelfutter. „Gartenvögel freuen sich schon jetzt über eine Einladung ans Futterhäuschen“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wer Vögel füttert, sollte beachten, dass es nicht nur Körnerfresser gibt. Amseln, Singdrosseln und Rotkehlchen picken beispielsweise gern Früchte und Beeren.“ Außerdem sind Vögel keine Müllschlucker. Essensabfälle und altes Brot gehören nicht ins Vogelhaus. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine 5-Punkte-Liste für Vogelfreunde zusammengestellt.

Kohlmeise im Anflug auf eine Futterstation (© Herrmann)
Kohlmeise im Anflug auf eine Futterstation (© Herrmann)

Wer füttert, muss am Ball bleiben!
Ein neues Restaurant hat eröffnet – Sie erfahren es von Ihren Freunden! „Singvögel teilen sich die Information über eine neue Futterstelle durch eine Art Schnabel-zu-Schnabel-Propaganda gegenseitig mit“, sagt Eva Goris. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Nachricht verbreitet. „Und die Gäste kommen in Scharen angeflogen.“ Jetzt ist es wichtig, mit dem Füttern am Ball zu bleiben und die Futterstelle regelmäßig aufzufüllen!

Vor dem Wintereinbruch füttern!
Die karge Zeit beginnt in der Regel spätestens in der zweiten Hälfte des Winters, wenn niedrige Temperaturen an den Energievorräten der Vögel zehren und eine feste Schneedecke die Nahrungssuche erschwert. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben – richten Sie die Futterstelle schon vor dem Wintereinbruch ein.“

Für die Gäste nur das Beste!
Qualitativ gibt es Unterschiede beim Futter aus Drogerien, Supermärkten oder dem Fachhandel. Eva Goris: „Ein gutes Zeichen ist es meist, wenn viele hochwertige Bestandteile, wie beispielsweise Sonnenblumenkerne und Erdnüsse, enthalten sind.“ Fett und Talg halten die Körner zusammen und spenden viel Energie. Für Insektenfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönige gibt es im Fachhandel Futter mit getrockneten Mehlwürmern. Aufgeschnittene oder aufgehängte ganze Äpfel schmecken Amseln und Wintergästen wie der Wachholderdrossel und dem Seidenschwanz besonders gut. Auch Trinkwasser sollte im Winter bereitgestellt werden. Küchenabfälle wie Kartoffelschalen, Fleischreste oder gewürzte Speisen gehören nicht ins Futterhaus!

Auf den Standort kommt es an!
Das Futterhaus so anbringen, dass es bequem angeflogen werden kann. Es sollte hoch hängen, einen Rundumblick bieten und katzensicher angebracht sein. Im Umkreis von etwa fünf Metern sollte es Büsche oder Bäume geben, in denen sich die Vögel aufhalten können und Deckung finden.
Achten Sie hier darauf, dass sich das Futterhaus leicht säubern lässt. Bei wenig Platz auf dem Balkon sind hängende Futtersilos eine gute Alternative.

Hygiene ist wichtig!
Das Futter muss trocken und sauber sein. Schalenreste und Kot entfernen. Wichtig ist Trinkwasser im Winter. Die Wasserschalen müssen regelmäßig gereinigt werden, weil sich sonst leicht Krankheitserreger übertragen.

Dies ist eine Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung.

Eine umfangreiche Aufstellung von Futtermitteln für die Wintervogelfütterung bietet die Wildvogelhilfe.