Bei der Sitzung des Umwelt-, Agrar-, Straßen- und Feuerwehrausschuss der Stadt Wittmund wird am 5. Februar über einen Vorschlag der Verwaltung debattiert, jährlich 20.000 € Unterstützung für Kastrationen von Fundkatzen zur Verfügung zu stellen. Die öffentliche Sitzung findet um 18:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Kurt-Schwitters-Platz 1, 26409 Wittmund statt.
Die Beschlussvorlage mit Details zur Situation der Katzen und Angaben warum diese Investition aus Sicht der Stadt notwendig ist, können Interessierte im Bürgerinformationssystem der Stadt Wittmund finden.
Kim-Christin Hibbeler berichtet für den Anzeiger für Harlingerland bei NWZ Online und am 24. Januar in der gedruckten Ausgabe über die geplante Sitzung und stellt die Argumente zusammen.
Tierliebe ist, wenn uns die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Tiere wichtiger sind als ihr Aussehen. Aber woran erkennen wir, ob unser Haustier gesund ist und sich wohl fühlt? Weil diese Einschätzung nicht immer ganz einfach ist, arbeitet das Team der Stabsstelle der Landestierschutzbeauftragten Baden-Württemberg derzeit intensiv an einem Projekt, für das sogar eine eigene Projektstelle geschaffen wurde. Gemeinsam mit Expertinnen aus der Wissenschaft und Kollegen aus der Praxis wurde die Aufklärungskampagne „Frei Schnauze – Erkenne Qualzucht“ ins Leben gerufen.
Ganz aktuell startet online der Film für mehr Tierwissen.
Atemnot, Bandscheibenvorfälle, Taubheit, Hautprobleme und neurologische Störungen sind nur einige Beispiele einer großen Zahl an Symptomen, die erblich bedingt bei unseren tierischen Begleitern auftreten können und dann als Defektzuchtmerkmale oder auch Qualzucht bezeichnet werden. Licht ins Dunkel bringen wird dafür der Film „Frei Schnauze – Qualzuchten ehrlich erklärt“, der ab jetzt auf der Homepage der baden-württembergischen Landestierschutzbeauftragten abrufbar ist. Das Team aus Stuttgart beleuchtet darin anschaulich die tierärztliche Seite zum Thema Defektzucht und besuchte sogar eine internationale Hundeausstellung.
Haustierzucht – Gesundheit opfern für die Mode
In der Haustierzucht gibt es Trends, die das Aussehen von Tieren nach menschlichen Vorlieben in den Vordergrund stellen. Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere geraten manchmal in den Hintergrund. Als Nebeneffekt zum gewollten Erscheinungsbild können die Tiere dann Risiken in sich tragen oder von Erkrankungen betroffen sein, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden bei ihnen führen.
Weitersagen
„Für eine Eindämmung der Qualzuchtproblematik braucht es mehr Aufklärung in der Bevölkerung, denn niemand möchte, dass das eigene Tier leidet oder krank ist. Gleichzeitig wünschen sich Tierhalterinnen und Tierfreunde mehr fundiertes Wissen, um bei der Haustieranschaffung eine bewusste und gute Entscheidung zu treffen“, erklärt Dr. Julia Stubenbord zum Hintergrund des Projektes. „Jede Entscheidung für Gesundheit ist dabei die richtige“, so die Landestierschutzbeauftragte am 04.07.2024 in Stuttgart.
Ganz nach dem Motto „Frei Schnauze“ wird dabei ausführlich die Problematik der Atemnot bei kurzköpfigen Haustieren erklärt. Aber auch zuchtbedingte Risiken zu Fellfarben und Körperformen werden vom tierärztlichen Team näher unter die Lupe genommen. „Frei Schnauze“ steht dabei auch für verständlich formulierte, wissenschaftliche Fakten.
PDF Broschüre „Erkenne Qualzucht“
Informationsmaterial verfügbar
„Wissen schützt Tiere. Und je mehr wir über die Hintergründe der Defektzucht wissen, desto mehr vorprogrammiertes Leid können wir vermeiden und aufgeklärt an die Haustieranschaffung herangehen“, versichert Dr. Stubenbord.
Wir sind sprachlos und sehr froh. Es hat sich alles zum Guten gewendet. Die Rechnungen wurden seitens des Betreuers/ Erben bezahlt.
… oder wie man über den Tisch gezogen wird, wenn man hilft.
Ich berichte jetzt einmal von einer weiteren Seite der Tierschutzarbeit, von der wir staunend, mit Unverständnis, Fassungslosigkeit und auch Trauer und Enttäuschung feststellen mussten…auch das gibt es im Tierschutz.
Folgendes war geschehen:
Wir erhielten einen Anruf von einem sog. Entrümpler, der beauftragt worden war, ein Haus zu räumen und es aufgrund des Parasitenbefalls „auszuräuchern“. Der Besitzer war verstorben, die Frau im Heim, der Sohn hat seinen Vater seit Jahren nicht gesehen. Beauftragt wurde er vom Betreuer der Frau.
Dieser Entrümpler stellte nun fest, dass zum Haushalt 3-4 Katzen gehörten. Sie waren schon 2 Wochen ohne Versorgung. Die mussten natürlich erst einmal gesichert werden, bevor die Aktion losgehen konnte. Anruf bei uns, Tenor des Mannes…keiner hilft mir, die armen Tiere.
Ja, die armen Tiere, das dachten wir auch. Darauf hin haben wir „aufgerüstet“. Fallen aufgestellt, angefüttert, ihr kennt das Prozedere. Sabine ist 3x am Tag hin, als die Fallen dann endlich scharf gestellt waren, fast stündlich. Und es gelang uns, die Katzen einzufangen. Nicht nur das: wir hatten auch Plätze gefunden, wo sie untergebracht werden konnten. (Ein schwarzes Mädchen sitzt noch bei uns auf der Pflegestelle). Wir sind mit ihnen zum Tierarzt, sie wurden , wenn noch nicht passiert, kastriert. Das Mädchen hatte einen Abzess am Bein, der operiert werden musste, Floh-und Wurmbehandlung mussten selbstverständlich auch erfolgen. In der Zwischenzeit hatte sich der Sohn gemeldet, der offenbar das Erbe antreten wollte, aber die Katzen interessierten ihn nicht. Auch der Betreuer war nicht mehr zu erreichen. Und seine Vertretung wusste von nichts.
Mittlerweile haben wir eine Tierarztrechnung von fast 600,00€ erhalten, die wir dem Sohn und dem Betreuer zugeschickt haben. Keine Reaktion.
Ja, wir waren doof…wir hätten uns einen schriftlichen Auftrag erteilen lassen müssen.
„Aber es geht um die Tiere…“
Jetzt sitzen wir da mit den Kosten von Katzen, die einen Besitzer haben, der ein Erbe antritt, zu dem eine Immobilie gehört und fühlen uns so richtig hereingelegt und betrogen. Und wir können es oder wollen es einfach nicht so richtig glauben, dass es solche Menschen gibt. Man lernt aus Erfahrungen… leider wird man misstrauischer und entwickelt Argwohn. Der nächste Anruf wird uns nicht mehr so schnell in die Aktion bringen, oder?
Ach ja, vergessen, es geht um die Tiere. Die waren nämlich halb verhungert und hätten nicht mehr lange in dem Müll, der sie umgab, überlebt. (keine Originalfotos)
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.