Zum Weltkatzentag


Katzen sind seit Jahren die beliebtesten Heimtiere der Deutschen. Doch nicht alle haben ein festes Zuhause, werden gepflegt und geliebt. Neben den zahlreichen Heimtieren, die in einem geschützten Zuhause voller Zuwendung aufwachsen, leben schätzungsweise mehr als  zwei Millionen Streuner bei uns in Deutschland, die keine Fürsorge und Unterstützung erfahren. Und es werden immer mehr.

 Zum Weltkatzentag am 8. August macht der Tierschutzverein Harlingerland e.V. auf die  schwierige Situation der Streunerkatzen im Landkreis Wittmund aufmerksam. „Wir erleben das Leid der Tiere fast täglich. Immer wieder finden wir Katzen, die schwer krank oder verletzt sind. Viele Katzenmütter und Jungtiere sind so geschwächt, dass sie ohne menschliche Hilfe nicht überleben“, so der Verein. Auf unseren Pflegestellen haben wir ganze Würfe ausgesetzter Kitten mit oder ohne Mutter. Und auch einzelne Katzenwelpen werden gefunden. In einem Alter, in dem sie, auf sich allein gestellt,  keinerlei Überlebenschancen haben.

Der neue Katzenschutzreport des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, dass es sich um kein regionales, sondern um ein bundesweites Tierschutzproblem handelt. Denn Streunerkatzenn gibt es überall. Und sie paaren sich mit unkastrierten Hauskatzen und sorgen so für weiteren Nachwuchs und ein Ansteigen der Population.

Streunerkatzen fristen ein hartes Dasein, der weit entfernt von dem Mythos der freien und unabhängigen Katzen ist. Fast alle sind krank und unterernährt. Ihr Nachwuchs überlebt die ersten Tage und Wochen häufig nicht. Viele Tiere sind zudem von Parasiten befallen und leiden unter ansteckenden Krankheiten wie Katzenschnupfen, Leucose oder Katzenaids.  „Wir hatten ein 6 Wochen altes Kätzchen, was verstorben ist. Es war ausgesaugt von Flöhen und hatte keine Überlebenschance mehr.“

Das kurze Leben der Streuner ist mit dem bequemen Leben einer Hauskatze mit Freigang nicht zu vergleichen. In den allermeisten Fällen bleibt die große Not der Streunerkatzen leider unentdeckt, denn im Gegensatz zu den Streunern in südlichen Ländern leben sie hier versteckt und meiden in der Regel den Kontakt zu Menschen.

Alle Streunerkatzen stammen ursprünglich von nicht kastrierten Hauskatzen ab. Daher müssen Freigängerkatzen unbedingt kastriert werden, um zu verhindern, dass immer neue Katzen geboren werden, die ein leidvolles Dasein fristen und  täglich um ihr Überleben kämpfen. Nur so ist zur Zeit eine Eindämmung des Katzenelendes möglich.

Hier hat die Stadt Wittmund eine Vorreiterfunktion. In Kooperation mit dem Tierschutzverein Harlingerland e.V. wurden 20000€ für die kostenlose Kastration von Katzen im Stadtbereich  zur Verfügung gestellt. „Es wäre schön, wenn sich andere Gemeinden das als Vorbild nehmen würden und das auch für ihre Bürger anbieten würden. Leider haben noch nicht einmal alle Gemeinden im Landkreis eine Katzenschutzverordnung, wie die Samtgemeinde Holtriem. Dabei liegen gerade in diesem Bereich viele Hot Spots. Durch die fehlende Katzenschutzverordnung haben sowohl der Verein als auch die Gemeinden keine Handlungsgrundlage“.

Um das Leid der Streunerkatzen zu verringern und die Population nachhaltig einzudämmen, fordert der TSV Harlingerland e.V. die konsequente Kastration und Registrierung aller Katzen. „Am besten wäre eine bundesweite Katzenschutzverordnung. Denn Katzen orientieren sich nicht  an den Gemeinden- oder Landesgrenzen“.

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