Dieser Mythos hält sich immer noch hartnäckig und es gibt offensichtlich viele Menschen, die in diesem Punkt beratungsresistent sind. Das betrifft nicht nur den scheinbaren Freiheitsmythos, sondern ebenfalls die Einsicht über die Notwendigkeit einer Kastration, um die unkontrollierte Vermehrung und die Verelendung der Tiere einzudämmen. Es gruselt einen schon, wenn man die historischen Weisheiten mancher Tierbesitzer hört. Nach der Kastration werden sie dick, sie werden faul, sie fangen keine Mäuse mehr und was es noch so an unsinnigen Erkenntnissen gibt, die bedenkenlos und unreflektiert weiter getragen werden. Abgesehen von dem Glauben, dass Sex den Tieren Spaß macht. Weit gefehlt. Dazu kommt noch die Gefahr der Übertragung von Krankheiten durch den Geschlechtsakt. Man muss schon eine große Portion Verantwortungslosigkeit und Ignoranz, vielleicht kann man sogar von Dummheit sprechen, aufweisen, um eine solche Meinung in der heutigen Zeit noch kund zu tun. Da bestehen offensichtlich aber gar keine Bedenken. In der öffentlichen Wahrnehmung und auch bei politischen Entscheidungsträgern ist das Tierleid noch nicht ausreichend angekommen. Für die Tierfreunde und Tierfreundinnen stellt das zunehmend eine Herausforderung dar, die sie nicht mehr bewältigen können und sie sowohl mental, finanziell und arbeitsmäßig an Grenzen bringen. Unterstützung von Behörden durch Kontrolle der Einhaltung der Katzenschutzverordnung und das Verhängen von Bußgeldern wären notwendig, um die Ernsthaftigkeit zu betonen.
Denn die Katzen haben es nicht leicht. Sie sind oft bis auf die Knochen abgemagert, streifen bei Wind und Wetter durch ihr Revier, überqueren gefährliche Straßen und können nicht in ein warmes Zuhause zurückkehren, wo ein gefüllter Futternapf auf sie wartet. Flöhe, Milben, Zecken und Erkrankungen sind ständige Begleiter der Streunerkatzen. In Deutschland leben schätzungsweise 2 Millionen davon. Jede 20. Straßenkatze ist todkrank. Und es betrifft auch schon die neugeboren Katzenwelpen, von denen viele die ersten Tage oder Monate nicht überleben, oft auch, weil ihre Mütter schon so geschwächt sind, dass sie kaum in der Lage sind, ihren Nachwuchs zu versorgen. Am häufigsten leiden sie unter Parasiten, Unterernährung und Katzenschnupfen, eine Krankheit, die unbehandelt zum Tod führt. Und dabei sind Katzen das beliebteste Haustier in Deutschland.
Wir haben im Moment 5 solcher Streunerkatzen bei uns aufgenommen.
Und wir wünschen uns sehnlichst einen Platz für sie. Drei sind noch jung, knapp 6 Monate. Die beiden anderen sind alte und erschöpfte Kater. Informationen: TSV Harlingerland e.V. Tel.: 04974-9144931