Oft wird es idealisiert: das vermeintliche freie und glückliche Leben einer Streunerkatze. Entgegen dieses sich leider hartnäckig haltenden Mythos ist das Leben einer Streunerkatze weit weg von romantischen Allüren. sondern ein harter, täglicher Kampf ums Überleben, der von Hunger, Krankheiten und Gefahren geprägt ist.
Dies verdeutlicht alleine die Lebenserwartung. Während Hauskatzen eine durchschnittliche Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren haben, endet das Leben einer Streunerkatze mit ca 5 Jahren. Krankheiten, Straßenverkehr, Mangel-und Unterernährung fordern ihren Tribut. Und auch den Katzenwelpen steht kein langes Leben bevor. Viele versterben schon vor dem ersten Lebensjahr.
Diese grausame Wirklichkeit haben wir gerade bei einer kleinen Katzenfamilie gesehen. Im Maisfeld geboren und aufgewachsen. Versorgt von einer schwachen, unterernährten und ausgemergelten Mutterkatze, die trotzdem ihr Letztes gibt, um den Nachwuchs satt zu bekommen. Aber auch sie sind geschwächt. Kein Wunder also, dass sie Krankheiten geradezu anziehen. Wir haben diese kleine Familie einfangen und aufnehmen können. Der Tierarztbesuch zeigt: alle hochgradig krank. Fieber um die 40 Grad. Ohne ärztliche Behandlung kaum eine Überlebenschance.

Warum? Warum werden die Katzen nicht kastriert. Tierschützer versuchen immer wieder, die Situation zu entspannen, indem sie diese Katzen einfangen, kastrieren und dann an ihrer Herkunftsort zurücksetzen. Sich als zutraulich erweisende Tiere versucht man zu vermitteln.
Aber auch für die anderen wäre es schön, wenn sie einen Patz hätten, wo sie gefüttert werden, ihnen ein trockener Platz zur Verfügung gestellt und auch die Tiergesundheit im Blick behalten wird. Deshalb suchen wir immer wieder Stellen auf Bauernhöfen, Resthöfen etc. wo wir einige der Tiere unterbringen können.
Die kleine Familie aus Ardorf Collrunge hat Glück. Zwei Kitten dürfen auf einen Hof ziehen, die Mama und ein Junges verbleiben auf der Pflegestelle. Glück gehabt. Das wünschen wir uns für alle dieser hilfsbedürftigen Fellnasen. Denn in dem Bereich lebt eine richtig große Kolonie unkastrierter Tiere. Wer hier helfen möchte, und es ist dringend, bitte melden: TSV Harlingerland e.V., Tel.: 04974-9144931